Der Erzeugerbetrieb Poggio Cappiano kann Eicheln als Schweinefutter liefern. Wenn man sich rechtzeitig an den Erzeugerbetrieb Poggio Cappiano wendet, kann man die Mengen festlegen, programmierte Bestellungen aufgeben und die Verpackungsart bestimmen. Für Kostenvoranschläge stehen wir gerne zur Verfügung.
Den eventuell Interessierten wird empfohlen, sich bis zum August/September an uns zu wenden, damit sie gegebenenfalls in das Lieferprogramm einbezogen werden können.
Warum die Eichel?
Die Eichel ist historisch mit der Waldweide der Schweine verknüpft, die diese besondere Waldfrucht schon immer auf ihrem Speiseplan hatten.
Der radikale Wandel in der Schweinzucht von der Freiland- oder Stallhaltung zu einer sehr intensiven Zucht, bei der eine Produktion, die eng an das Land gebunden war, in eine landlose Industrie umgewandelt wurde, hat in den letzten Jahrzehnten dieses wertvolle Nahrungsmittel aus der Schweinekost vieler Zuchtbetriebe ausgeschlossen.
Gleichzeitig wurden aber mit dem Ruf nach mehr Qualität, mit dem Wiederaufleben und der Perfektionierung uralter Techniken und dann mit der Verbreitung der biologischen Landwirtschaft und Tierzucht, die diese beiden Konzepte verfolgen, auch diese Nahrungsmittel wiederentdeckt, deren Wert von den Betrieben, die diese Früchte täglich benutzen, bestätigt wird, natürlich zusammen mit anderen Nahrungsmitteln zur Ergänzung der Proteinversorgung.
Die ganzen Eicheln, so wie sie von den Tieren in den langen Herbstmonaten und noch zu Winteranfang gefunden werden, sind ein Nahrungsmittel, das unbegrenzt von jeder Art von Zuchtschweinen gefressen werden kann. Als die Schweine noch mit Lebensmittelresten und Nebenprodukten gefüttert wurden, war dies die Nahrung, mit der die Mast abgeschlossen wurde. Der Überfluss an diesem Produkt, den die Natur bot, wurde gerade in der Herbst- und Winterzeit genutzt, die der Schlachtung und Verwertung voranging.
Manche Eichenarten weisen erhebliche Mengen Gerbsäure auf, eine Substanz, die im Allgemeinen den Tieren die Nahrung verleidet. Das gilt aber nicht für die Schweine, die auch hohe Konzentrationen davon vertragen.
Früher wurden die Eicheln vorbehandelt, indem man sie in Bottichen mit Wasser einweichte, um den Anteil dieser Substanzen zu verringern, aber einige neuere Untersuchungen haben ergeben, dass sie gegen Schädlinge (besonders gegen Wurmkrankheiten) wirksam sind. Jedenfalls wurde durch das Einweichen die Verdaulichkeit und der Nährwert der Früchte verbessert. Bei Verdaulichkeitstests an den Tieren wurde festgestellt, dass die verwertbare Energie (kcal/kg) der ganzen Eicheln für die Ernährung der Schweine hoch und mit anderen Nahrungsmitteln, die Energie zuführen, vergleichbar ist.
Ein weiterer, nicht weniger wichtiger Wert ist das Säureprofil der Eichel, das von anderen pflanzlichen Elementen, die normalerweise als Tierfutter verwendet werden, abweicht, da es einen hohen Anteil an Ölsäure und einen relativ geringen an Linolsäure und anderen gesättigten Fetten aufweist.
Bei Schweinen, besonders bei der hiesigen Rasse Cinta Senese, bei denen Teile wie fetter Speck und Bauchspeck einen wirtschaftlichen Wert besitzen, ist die Fettqualität von grundlegender Bedeutung, weil sie für die Qualität des ganzen gereiften Produkts ausschlaggebend ist.
Die Fettqualität ist stark von der vielseitigen Ernährung abhängig, die die Freilandhaltung mit sich bringt. Man betrachte dazu nur die Nährwertunterschiede zwischen Eichel und Esskastanie einerseits und der Gerste, die gewöhnlich bei der Intensivmast verwendet wird, andererseits: Eichel und Esskastanie unterscheiden sich von dieser grundlegend durch den höheren Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren, besonders Ölsäure.
Auf der Weide gehaltene Schweine weisen einen höheren Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren auf.
Dieses besondere Fettprofil bewirkt eine höhere Ernährungsqualität des Fetts von Schweinen in Freilandhaltung.